Leben mit Behinderung Ortenau e.V.

Gemeinschaft erleben - Zukunft gestalten

Das Leben ist vielschichtig und hält Veränderungen und immer wieder neue Herausforderungen bereit. Manches verändert das Leben kurzfristig, für anderes benötigt man Unterstützung. Besonders Familien mit Kindern und Jugendlichen, die ohne fremde Hilfe das „normale Leben“ in der einen oder anderen Form nicht bewältigen können, sind auf der Suche nach Unterstützung. 

Oft sind Besonderheiten im Verhalten wie z. B. ADS, ADHS oder Autismusspektrumsstörungen, die eine abweichende Wahrnehmungsverarbeitung bedingen, die Ursache. Der Verein Leben mit Behinderung Ortenau hat deshalb speziell für diese Elterngruppe ein Unterstützungsangebot in Form einer pädagogischen Schul- und Kindergartenbegleitung geschaffen.

Da Sorgen und Beratungsbedarf der Eltern oft groß und schwerwiegend sind, bietet der Verein Leben mit Behinderung Ortenau in Offenburg speziell für diese Elterngruppe im Beratungsforum einen Servicepunkt zur Schul- oder Kindergartenbegleitung an. Das Angebot umfasst Beratungs- und Hilfegespräche und die Begleitung von Kindern und Jugendlichen im Kindergarten- oder Schulalltag. Alle Mitarbeiter*innen haben eine spezielle fachliche Ausbildung, verfügen über qualifizierte Kompetenzen, inklusive und integrative Erfahrungen.

Diese Begleitung ermöglicht Kindern und Jugendlichen die Teilhabe im Kindergarten, am schulischen oder am gesellschaftlichen ­Leben. Im Sozialgesetzbuch sind die Voraussetzungen für eine Unterstützung in Kindergarten oder Schule als eine Form der Eingliederungshilfe verankert. Eltern oder Sorgeberechtigte haben einen Rechtsanspruch gemäß § 35 ff SGB VIII oder § 53 ff SGB XII.

Obwohl also diese Begleitung nichts Neues ist (und auch an Förderschulen Schulbegleiter selbstverständlicher Bestandteil des Angebots sind!) wird das Thema in jüngerer Zeit für eine größere Zahl von Eltern zur Herausforderung. 

Die pädagogische Schulbegleitung unterstützt deshalb Kinder und Jugendliche im Kindergarten- oder Schulalltag. Die Teilhabe in der jeweiligen Einrichtung zu ermöglichen steht hierbei im Vordergrund.

Der Hilfebedarf für eine Begleitung wird in der Regel über drei verschiedene Wege festgestellt:

  1. Eltern oder Sorgeberechtigte 
  2. Erzieher, Lehrer, Pädagogen in Kindergarten oder Schule
  3. Kinderarzt, Facharzt oder schulärztlicher Dienst

Nach einem Erstgespräch und Begutachtung durch das zuständige Jugendamt vor Ort wird der Betreuungsbedarf festgelegt. Anschließend wählen die Eltern selbst den passenden Anbieter für die Begleitung ihrer Kinder. In einem weiteren Gespräch mit Eltern, Jugendamt, den Erziehern oder Lehrern der betreffenden Institution und der pädagogischen Begleitung wird dann die Umsetzung der Hilfe konkret. Diese Maßnahme beginnt mit einer Kennenlern- und Beobachtungsphase direkt im Kitndergarten oder in der Schule. 

Folgende Ziele hat die pädagogische Begleitung:

  • die methodische Arbeit zu verbessern
  • das Selbstbewusstsein zu stärken
  • die Förderung der Selbstständigkeit
  • die Integration in der Gruppe
  • die Förderung von Regelverhalten in allen Bereichen
  • das Sozialverhalten zu stärken
  • die Begleitung während der Pausen

Dies kommt zum einen dem Kind selbst zugute, fördert aber auch die Akzeptanz in der Gruppe. In den halbjährlichen Hilfeplangesprächen werden Ziele, Inhalte und zeitlicher Rahmen festgelegt. Nach einem bestimmten Zeitraum erfolgt dann ein Bilanzgespräch, um die Bedarfsgerechtigkeit der getroffenen Maßnahmen zu überprüfen. Die Begleitung ist grundsätzlich nicht als dauerhafte Begleitung ausgelegt.