Leben mit Behinderung Ortenau e.V.

Gemeinschaft erleben - Zukunft gestalten

Aktuelles

Vortrag am 13. September zum Thema Behindertentestament

13.09.2018

 

Der Verein Leben mit Behinderung hatte betroffene Eltern und Interessierte zu einem Vortrag zum Thema Vererben zu Gunsten eines Kindes mit Behinderung ins Beratungsforum in die Geschäftsstelle des Vereins in Offenburg geladen. Mit diesem Vortragsabend beginnt eine komplette Veranstaltungsreihe mit Lesungen, Vorträgen und Infoveranstaltungen, die sich an Menschen mit Behinderung, an deren Angehörige und Betreuer richtet.

Carmen Basler, Ansprechpartnerin im Beratungsforum, betonte zur Begrüßung, wie vielfältig der Bedarf an Information und Austausch von Eltern, Angehörigen und Betroffenen ist, wie groß der Unterstützungsbedarf von Familien. Oft fehle es nicht nur an der Zeit, sondern auch an der Kraft um sich im Dickicht der verschiedenen Pflege- und Unterstützungsleistungen zurecht zu finden. „Deshalb sind solche Veranstaltung ein wichtiger Baustein im umfangreichen Angebot des Beratungsforums. Alle Veranstaltungen sind öffentlich, wir möchten uns an Interessierte und Betroffene in der gesamten Ortenau wenden“. Referentin des Abends Liliana Brett, Fachanwältin für Sozialrecht aus Kehl, selbst Mutter eines Sohnes mit Behinderung erläuterte an eines Schaubilds, dass bis zu neun verschiedene Institutionen und Behörden direkten Zugriff auf das Erbe haben. Sie verdeutlichte, wie wichtig deshalb eindeutige testamentarische Anordnungen für die Erblasser sind, damit sie ihr Kind gut versorgt wissen. Denn alles, was den gesetzlich geregelten Freibetrag von 5.000 Euro überschreitet, wird von Sozial-, Pflege- und sonstigen Behörden beansprucht. Schnell wurde den über fünfzig Zuhörern im vollbesetzten Beratungsforum klar, dass aufgrund der Komplexität des Themas, ein Testament nie ohne rechtliche Wartung erstellt und schriftlich niedergelegt werden sollte. „Sie können durchaus festlegen, dass Ihr Kind jeden Tag mit dem Porsche zur Betreuung gefahren wird, aber dazu müssen Sie in Ihrem Testament ganz klare, rechtlich verbindliche Regelungen treffen“, brachte Brett das Thema mit einem Augenzwinkern auf den Punkt.
 

Foto: Konrad Ritter (li., Vorsitzender) und Carmen Basler (re., Beratungsforum) vom Verein Leben mit Behinderung Ortenau dankten der Fachanwältin Liliana Brett für ihre komplexen und fachlich versierten Ausführungen zum Thema Vererben zu Gunsten eines Kindes mit Behinderung.

Info l.Brett Behindertentestament S1 - brett_fl_info-behindertentestament.pdf

Spende der Firma Prototyp-Werke in Zell a. H.

Viele kleine Dinge ergeben ein Großes ...

... nach diesem Motto sammelten seit Frühling 2017 die 450 Mitarbeiter/innen der Firma Prototyp-Werke in Zell am Harmersbach die Centbeträge ihrer Entgeltabrechnung. Ins Leben gerufen hatte die Aktion „ProtoCent“ der Mitarbeiter Falk Fränzen gemeinsam mit der Geschäftsleitung, der Personalleitung und dem Betriebsrat. Der erwirtschaftete Gesamtbetrag von ca. 600 Euro wurde von der Geschäftsführung großzügig auf die Summe vom 1.500 Euro aufgestockt und an eine gemeinnützige Organisation gespendet. Im Vorfeld entscheidet ein Gremium, bestehend aus Mitgliedern der Geschäftsführung, des Betriebsrates und Mitarbeitern, aufgrund von Vorschlägen aus der gesamten Belegschaft über die Vergabe. Voraussetzung: Soziales Engagement und ein regionaler Bezug.
In diesem Jahr durfte der Elternverein "Leben mit Behinderung Ortenau“ diesen Betrag in Empfang nehmen, vorgeschlagen von Mitarbeiter Zoran Stojanovic,. „Wir pflegen im Betrieb eine Grundhaltung der Solidarität und tragen diese auch über ein soziales Engagement in die Region“ mit diesen Worten begrüßte Geschäftsführer Karl Lehmann die Gäste aus dem Verein. Vereinsvorsitzender Konrad Ritter und Geschäftsführer Joachim Haas folgten gerne der Einladung zur Spendenübergabe nach Zell am Harmersbach. Sie berichteten detailliert über die Aufgaben und das Eltern-Engagement des Vereins in der Ortenau. Das Geld wird der Kurzzeiteinrichtung und Ferienfreizeit in Achern-Großweier zugute kommen. In dieser zwischen Freiburg und Karlsruhe wohl einmaligen, familiär geführten Einrichtung finden 10 Kinder, Jugendliche oder erwachsene Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung einen bedarfsgerechten, zeitweise vollstationären Wohnplatz. Das Angebot soll den Familien und pflegenden Angehörigen eine Möglichkeit der zeitweisen Erholung, umfassende Hilfe bei auftretenden Ad-hoc-Situationen oder beim Ausfall der häuslichen Betreuungsperson bieten.
„Sie fördern mit diesem Geld ein Stück Lebensqualität für Menschen mit Behinderung“, betonte Konrad Ritter, denn das Geld wird für die Einrichtung eines sogenannten Snoezelenraum verwendet, der die Sinneswahrnehmung ermöglichen, fördern und stärken soll.

Auf dem Foto von li nach re:

Spendenübergabe bei der Firma Prototyp-Werke in Zell a. H. (von li. nach re.): Mitarbeiter Falk Fränzen, Karl Lehmann (Geschäftsführer Prototyp-Werke), Mitarbeiter Soran Stojanovic, Konrad Ritter (Vorsitzender „Leben mit Behinderung Ortenau e. V.“), Christina Panek (HR Managerin), Joachim Hass (Geschäftsführer Verein), Michael Wylegalla (Betriebsratsvorsitzender)

 

Besuch von Rockern mit Herz für die Region

Besuch von Rockern mit Herz für die Region

 

Traditionell veranstaltet das Team der Kneipe Come-Inn in Renchen im November den „Black-Nose-Day“. An diesem Tag spielen verschiedene Live-Bands in der Kneipe und ein Teil des Eintrittsgeldes kommt einer gemeinnützige Organisationen in der Region zugute. Dieses Jahr fand die Veranstaltung erstmalig in der Stadthalle in Renchen statt, da die Kneipe mittlerweile zu klein geworden ist. Darum haben die Eheleute Tanja und Michael Lorenz, Inhaber des Come-Inn, entschieden, den Erlös dem Renchener Wohnheim des Vereins Leben mit Behinderung Ortenau zukommen zu lassen. Auf Einladung des Vereins besuchten einige Gäste und das Ehepaar Lorenz am vergangenen Freitag das Wohnheim in Renchen. Dort wurden sie von Heimleiter Wolfgang Dürr, den Bewohnern Dennis Neumann und Marius Buchert und der Mitarbeiterin Amelie Stober empfangen.

Herr Dürr führte die Gäste durchs Haus und zeigte ihnen die Betreuungs- und Therapieräume. Besonders begeistert waren die Gäste vom Snoezelenraum (sprich: Snuselraum). Dort können die Bewohner bei verschiedenen Licht- und Soundeffekten entspannen und zur Ruhe kommen. Bewohner und Vorsitzender des Heimbeirats Marius Buchert bedankte sich ganz herzlich für die großzügige Spende von 1.680 €. Der Verein möchte einen Teil des Geldes therapeutisches Material und auch für die Erweiterung des Angebots im Snoezelen-Raum (z. B. Schwarzlicht u. a. Materialien zur Sinneserfahrung) verwenden. Bei einem gemütlichen Zusammensein tauschten sich Bewohner des Vereins und die Besucher vom Come-Inn aus und alle waren sich einig, dass dies nicht der letzte Kontakt zwischen Come-Inn und Wohnheim bleiben sollte.

 

Obere Reihe von li nach re: Wolfgang Dürr (Heimleiter Wohnheim Renchen), Matthias Oehler, Tanja Lorenz, Michael Lorenz, Wolfgang Beierle, Amelie Stober

Untere Reihe von li nach re: Oliver Schmidt, Marius Buchert, Denis Neumann